Aktuelle Ausgabe

Baustellen

Erschienen: 24. Februar 2017

Editorial

Sabine Wolf

 

Den meisten Anlagen sieht man den langen und gelegentlich holprigen Weg vom Entwurf bis zu ihrer Fertigstellung nicht an. Dabei müssen von Beginn an beinahe ununterbrochen Antworten gefunden und Entscheidungen gefällt werden: Was ist die beste Gestaltung für den Ort? Wie sieht der Untergrund aus, wie die Belichtung? Wie die Drainage, die Anschlussdetails, der Bodenaufbau, das Substrat? Wo verlaufen die Leitungen, wo stehen die Bäume und Stauden? Wie sehen die Oberflächen aus? Was ist entwurfsbestimmend und darf aufwändiger sein, wo muss gespart werden? Was ist die geeignetste Umsetzung – und wie kommunizieren wir mit Bauherr und Planungsteam?

Schlussendlich geht es auf Baustellen immer auch um ­die grundlegenden Fragen der Bürophilosophie: Bauleitung intern oder extern? Planung bis ins kleinste Detail oder Entscheidungen vor Ort?

Von grösster Bedeutung für das Gelingen von Projekten ist das häufig etwas unterschätzte Dazwischen der Schnittstellen. Dabei sind sie in vielerlei Hinsicht ganz zentral! Erst wenn klar ist, wer sich wann um was kümmert, wo die Grenzen zwischen den Gewerken in Planung und Ausführung genau verlaufen, wo und wann wessen Gewährleistung für was beginnt, wer wofür honorarberechtigt ist, wer Ansprechpartner wofür ist und wer mit wem wann und wo am Tisch sitzt, wird ein Projekt auf Erfolgskurs gebracht. Nicht früher und nicht später. Hier passieren die meisten Versäumnisse, und sie rächen sich im Projektverlauf rasch. Dann leiden die Planung und die Ausführung, die Stimmung im Büro und auf der Baustelle sinkt auf den Tiefpunkt, und auch die Rechnung geht schnell nicht mehr auf, weil Mehrleistungen erbracht werden müssen, um das Projekt zu retten, die nicht budgetiert waren.

Insbesondere im Hochbau machen derzeit Systeme für Building Information Modeling, kurz BIM, Furore: Bei dieser «neuen» Art der digitalen Datenaufbereitung arbeiten (Landschafts-)­Architekten, Ingenieure und Fachplaner an gemeinsamen Datensätzen. Dank der serverbasierten, vernetzten Technologie ändern sich Art und Weise von Planung, Konstruktion, Ausführung und Verwaltung. Jede Planänderung steht beispielsweise allen am Projekt Beteiligten in Echtzeit zur Verfügung. Sind die Systeme erst einmal eingeführt, vereinfachen sie nicht nur die Zusammenarbeit, sie reduzieren auch aufwändige und fehleranfällige Abstimmungsprozesse und damit Kosten.

Auf den meisten Baustellen der Landschaftsarchitektur ist es noch nicht so weit. Und selbst, wenn auch hier BIM-Systeme immer wichtiger werden und eines Tages wohl den Standard bilden, bleibt weiterhin eines doch von Anfang an und so früh wie möglich zwischen den Projektbeteiligten zu klären: ­die Schnittstellen.

 

 

 

Inhaltsverzeichnis

  • Oliver Vogel, Sabine Wolf: Bürophilosophien und Baustellen
  • Matias Laustela: Wissen, worauf man baut
  • Marco Kaufmann: Auenschutzpark Aargau>> Artikel
  • Yvon Vannay: Gestaltung hängender Gärten
  • Nils Lüpke, Andreas Klahm: Zwischen Stadionbrache und Toni-Areal
  • Laure Aubert: Blick hinter die Kulissen
  • Judith Rohrer-Amberg: Gartendenkmalpflege – eine einzige Baustelle?
  • Dania Genini: Frühes Teamwork ist gefragt>> Artikel
  • Valérie Hoffmeyer: Mauer mit Wildgrasmuster
  • Olivier de Perrot: Kreative Wiederverwendung
  • Peter Hüsler: Generalunternehmungen ticken anders!
  • Kompetenz stärker beweisen
  • Christoph Schubert: Die Baustelle beginnt im Modellbauraum
  • Sabine Wolf: Reinen Wein einschenken.

 

 

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