Soziale Freiräume

Erschienen: 23. Februar 2006

1/2006: Soziale Freiräume

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Editorial

Bernd Schubert

 

Soziale Aspekte haben heute – in unserer ökonomisch dominierten und von undifferenzierter Sparwut geprägten Gesellschaft – nicht gerade Konjunktur. Umso wichtiger ist es, dass sich die Landschaftsarchitektur – oft schon Vorreiterin in sozialen wie auch ökologischen Fragen – im Rahmen ihrer Aufgaben der sozialen Verantwortung bewusst bleibt, sie als wichtigen Massstab einer guten Gestaltung anerkennt.

 

Dies gilt in erster Linie für die Aussenanlagen zu Einrichtungen, die speziell für soziale und helfende Aufgaben geschaffen werden, wie Einrichtungen für Therapie, Wiedereingliederung, Bildung oder Kultur. Es gilt gleichermassen aber auch für den gesamten öffentlichen Raum, der ja vornehmlich soziale Funktionen zu erfüllen hat und der Lebensfreude derer dienen soll, die es in unserer Gesellschaft weniger leicht haben.

 

Mit diesem anthos sprechen wir beide Bereiche an, die speziellen sozialen Einrichtungen und den öffentlichen Raum. Im Zentrum stehen Projekte, deren Gestaltung sich aus den Bedürfnissen bestimmter Nutzergruppen, aus soziologischen wie psychologischen, präventiven wie therapeutischen Überlegungen herleitet. Das Spektrum geht von Alterswohn- und -pflegeheimen, Spezialkliniken für Suchtabhängige über heilpädagogische und allgemeine Schulen, innerstädtische Parks bis zu Strafanstalten.

 

Neben den vorgestellten Einzelprojekten werden beispielhaft auch strategische Überlegungen und Projekte einzelner Städte vorgestellt, wie die Berner Strategie der «Wohnumfeldverbesserung» oder die Wiener Strategie «einfachmehrfach».

 

Bei näherer Betrachtung zeigt sich aber auch, dass es uns bei der praktischen Arbeit oft an fundiertem Wissen über das Verhalten und die spezifischen Anforderungen bestimmter Nutzergruppen an den Freiraum fehlt. Je enger der Lebensradius von Nutzergruppen ist, desto höher sind die Anforderungen. Dies erhebt nicht nur die Zusammenarbeit mit den involvierten Fachleuten und Betroffenen zur Selbstverständlichkeit, sondern ist auch ein deutlicher Hinweis an die Forschung, Wissenslücken zu schliessen und die Erkenntnisse in umsetzbarer Form der Praxis zur Verfügung zu stellen. Es geht auch um die Rechtfertigung, dass der Freiraum als Therapeutikum eines angemessenen, höheren Aufwandes bei der Erstellung und Pflege bedarf. Ansätze hierzu werden ebenfalls in diesem anthos vorgestellt.

 

2006 ist für die Schweizer Landschaftsarchitektur ein besonderes Jahr. Zusammen mit anderen Organisationen hat der BSLA 2006 zum «Gartenjahr» erklärt und mit ihnen gemeinsam ein umfangreiches und attraktives Aktionsprogramm zusammengestellt. anthos wird in allen Heften dieses Jahrgangs in einer Spezialrubrik über die Veranstaltungen und Aktivitäten des Gartenjahres 2006 berichten.

 

Inhaltsverzeichnis

  • Gärten für Prävention, Therapie und Rehabilitation
  • Reusspark - ein Garten für demente Menschen
  • Die Klinik Südhang Kirchlindach • Sehen, Riechen, Fühlen
  • Wohnumfeldverbesserung Bern
  • "einfach-mehrfach" - Ein Projekt der Stadt Wien
  • "Warm up" in Neu-Oerlikon
  • Das Lettenareal in Zürich
  • Neugestaltung der Schulanlage Gubel
  • Neubau der Strafanstalt in Regensdorf
  • Bibelgarten Gossau

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