Bäume

Erschienen: 25. Mai 2006

2/2006: Bäume

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Editorial

Bernd Schubert

 

Bäume, als symbolische Verbindung von Himmel und Erde, als mächtiges Natursymbol auch in der Stadt, gehören zu den vielgeliebten Elementen unserer Landschaften. Wo und wie finden sie heute ihren Platz in urbanen Projekten und in der freien Landschaft?

 

Während die Waldfläche in der Schweiz zunimmt, haben es alle Nicht-Wald-Bäume immer schwerer, Fuss zu fassen. Sogar auf dem Lande, Heimat der auf alten Bildern so idyllischen «Tanzlinden», blühender Obstbaumgärten und knorriger Eichen, findet man alte Grossbäume immer seltener. Jean Henri Fabre beschreibt 1876 in seinen «Botaniklektionen für meinen Sohn» Bäume, deren Stammumfang man heute kaum glauben mag. So erwähnt er den damals vielleicht grössten Baum der Welt, einen Kastanienbaum an den Hängen des Ätna, den dreissig Personen, die sich mit ausgestreckten Armen die Hände geben, nicht umfassen konnten. Sein Stammumfang betrug mehr als fünfzig Meter.

 

Heute sind, aus Gründen der «Verkehrssicherheit» und der Kosten, auch Alleebäume, die früher die meisten Landstrassen begleiteten, keine Selbstverständlichkeit mehr. Während in der Schweiz alte Alleen schon Seltenheitswert haben, wird nun auch im östlichen Europa kräftig geholzt. Zum Beispiel in den Masuren, wo in den letzten Monaten viele unersetzbare Eichen- und Lindenalleen aus «Sicherheitsgründen» gefällt wurden.

 

Jammern hilft nicht. Nur das Pflanzen junger Bäume kann, für die folgenden Generationen, dem Mangel an ehrwürdigen alten Bäumen abhelfen. Das vorliegende anthos zeigt Gestaltungsansätze und wirft Fragen auf. Welchen rechtlichen Schutz brauchen Bäume heute, und wie kann ihre fachgerechte Pflege sowie die Neupflanzung gewährleistet werden? Wo liegen die Gründe der stark gefühlsbetonten Reaktionen bei Baumfällungen in Städten? Wir erfahren Näheres über die Pflanzgewohnheiten verschiedener Epochen und lernen mit dem Glattpark Opfikon ein Projekt kennen, welches Baumpflanzungen als tragendes urbanes Element vor dem Bau des Stadtteils realisiert. Das Heft stellt die von verschiedenen Organisationen durchgeführte Aktion «Schenken Sie der Landschaft eine Allee» vor, und weitere Artikel berichten über Projekte, in denen Bäume eine entscheidende Rolle spielen: als Baumwände, Baumdächer, als ästhetische und praktische, immer aber auch als ökologisch wirksame Elemente der jeweiligen Anlagen.

 

Als ermutigendes Beispiel einer guten Idee seien hier noch die von Verena Anna Guran-Fierz gespendeten 1000 Bäume erwähnt. Unter dem Motto «Bäume fürs Leben» sollen sie von Kindern im Rahmen von Aktionen der Stiftung Natur & Wirtschaft auf Firmenarealen gepflanzt werden. Ihr gedanklicher Ansatz dazu drückt aus, was am Baumpflanzen so ganz anders ist als am Häuserbauen: «Machen wir etwas Langsames, Lebendiges!»

 

Inhaltsverzeichnis

  • Baumgruppen
  • Der Baum in der Stadt
  • Schenken Sie Ihrer Landschaft eine Allee
  • Bäume für einen neuen Stadtteil - Glattpark Opfikon
  • Geschäftshaus Elsässertor, Basel - Reprise und Kontinuum
  • Der stille Hain
  • Pflanzmethodik am Beispiel der „Plaine de Plainpalais“
  • Lasst die Bäume in den Himmel wachsen
  • Der grüne Strich
  • Einwachsende Waldflächen - Situation und Lösungsansätze
  • Baumschutz in der Stadt
  • Die Bäume sollen bleiben
  • Eine Magnolie geht auf Reisen

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